Listen, wie man seinen Wohnwagen oder sein Wohnmobil „fit für den Winter“ macht, gibt es viele… Hier ist eine Liste der schlimmsten Fehler und Mythen rund um’s Einwintern

1. Nochmal vor dem Einwintern durch heizen

Auf den 1. Blick leuchtet das ein: den Camper nochmal richtig durchheizen, bevor man ihn in den Winterschlaf schickt. Und: warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf. Daher ist die Idee vom Ansatz her nicht schlecht. Sobald die warme Luft dann aber wieder abkühlt kondensiert das überschüssige Wasser in der Luft. D.h. Ihr erreicht mit diesem alten „Camping-Mythos“ genau das Gegenteil von dem was Ihr wolltet…

Ihr bekommt deutlich mehr Feuchtigkeit in den Wohnwagen als Ihr vorher hattet.

2. Wohnwagen mit Stützen aus den Federn heben

Es gibt sie immer noch: die Spezialisten, die Ihre Wohnwagen mit Hilfe der Stützen anheben bis die Räder in der Luft hängen. Bitte, bitte, bitte nicht machen! Nicht mal einen Zentimeter mit den Stützen anheben. Mehr dazu auch hier: https://born2camp.de/schatz-steht-er-jetzt-gerade-richtig-ausrichten/

3. Dachluken (zu weit) öffnen

Haustiere sind was Nettes. Eine komplette Vogelfamilie in der Dachluke hört sich romantisch an, ist aber in der Praxis eher nicht zu empfehlen. Daher: Euer Camper hat genügend Zwangsbelüftungen, da muss keine Dachluke offen stehen. Das Selbe gilt selbstverständlich auch für die anderen Fenster. Wichtige Faustregel dazu: „wenn der Kopf des Tieres durch passt, dann passt auch der Körper durch…“

4. Kühlschrank oder Gefrierfach verschließen

Glaubt uns: ihr wollt keinen Kühlschrank öffnen, der mehrere Monate verschlossen vor sich hingegammelt hat. Bakterien und Schimmelsporen vermehren sich ab ca. 6°C.

Daher: entweder, wenn vorhanden, die in der Kühlschranktür verbauten Abstandshalter ausklappen/einhängen oder einfach ein Handtuch in die Tür klemmen, damit diese nicht zu geht.

5. Konserven, Tetrapaks oder Flaschen

Glück im Unglück ist es, wenn man aufgrund von starken Minustemperaturen den Inhalt des Lambruscos aus dem letzten Italien-Urlaub noch zusammenkehren kann. Unangenehm wird’s, wenn sich der Inhalt der geplatzten Flasche bei Plusgraden verselbstständigt und in jede Lücke läuft. Das bekommt Ihr nie mehr aus dem Wohnwagen und könnt nur froh sein, dass es Lambrusco und keine Milch war… 😉

Daher: alle Flüssigkeiten raus und lieber zwei Mal checken. Auch das „geheime“ Weinlager im Staukasten… 😉

6. Wasser in den Leitungen lassen

Fast genauso unangenehm wie die geplatzte Lambrusco-Flasche sind geplatzte Wasser-Schläuche oder eine kaputte Therme. Im besten Fall wird einfach kein Wasser mehr transportiert, wenn Ihr das nächste Mal einen Hahn aufmacht. Im schlimmsten Fall läuft das Wasser direkt in Euren Camper.
Und auch wenn dieser Tip in allen anderen Listen zu lesen ist: man kann es nicht oft genug sagen!

Zum Einwintern: alle Leitungen auf, Tanks auf, Hähne auf, Wasser ausblasen

7. Klo-Kassette vergessen

Wer meint er hätte mit dem Kühlschrank und dem Lambrusco schon den Super Gau erlebt, der sollte mal die volle Klo-Kassette über Winter im Wohnwagen lassen.
Der beliebte „blaue“ Sanitärzusatz ist bspw. nur bis -5°C frostsicher. Sobald es kälter wird, gefriert Euch die „Suppe“.

Sanitärzusatz verliert zum einen mit der Zeit zum anderen durch Gefrieren seine Wirkung. Wenn also die volle Kassette nicht reisst und sich überall hin entleert, könnt ihr (im besten Fall) davon ausgehen, dass Euch der Gestank rückwärts aus dem Chemieklo haut, wenn ihr das erste Mal nach der Winterpause die Kassette leeren wollt.
Aus diesem Grund: Kassette vor der Winterpause vollständig entleeren, desinfizieren und die Schiebe-Klappe geöffnet lassen.

8. Handbremse anziehen

Typische Situation: den Wohnwagen im Regen noch schnell ins Winterlager gezogen, abgestellt, Handbremse angezogen, ausgerichtet, ausgeräumt, … fertig 🙂
Am Ende der Winterpause gibt’s dann nur ein Problem: die Handbremse geht nicht mehr auf: Wäre und Feuchtigkeit sorgen dafür, dass Bremsbacken festkleben. Wenn’s dann im Frühjahr wieder auf Tour gehen soll, heisst es erst mal: Bremstrommeln freimachen.

Besser Ihr sichert den Wohnwagen mit Keilen und stabilisiert ihn wie gewohnt mit den Stützen.

 


 

Fallen Euch weitere “Mythen” rund ums Einwintern ein? Schreibt Sie in die Kommentare! Wir freuen uns!

Über den Autor

Michael Lang
Founder & CEO

“Länge läuft”

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