Jesolo, Cavallino, Bibione – wer kennt sie nicht? Die Touristen-Hochburgen an der italienischen Adria nahe Venedig.
Aber man kann “La Serenissima” auch von einer ganz speziellen, geheimnisvollen Seite entdecken.

Venedig, Blick auf PalazzoNatürlich, wenn Ihr  Venedig noch nicht kennt ist als Erstbesucher die Besichtigung des Canale Grande, der Rialtobrücke, der Seufzerbrücke und der Markusplatz samt Campanile und Dogenpalast Pflicht. Aber Venedig bietet abseits der Touristenströme so viel mehr!

Ungeschminktes Venedig – eine kleine Anleitung:

 

Geht einfach drauf los und lasst Euren Reiseführer zu Hause. Wenn Ihr eines der vielen Schilder entdeckt die Euch nach San Marco oder Rialto leiten wollen, geht einfach in die andere Richtung. Ihr werdet ein ganz spezielles und ungeschminktes Venedig entdecken und die Lagunenstadt von ihrer besonderen Seite kennen lernen. Schlendert durch, auch in der Hochsaison, leere Gassen, überquert kleine Kanäle über entzückende Brücken und genießt ein Panino an einem schattigen Plätzchen.

Wenn Euch größerer Hunger packt, werft vor dem Besuch einen Blick in das Lokal. Sind viele Einheimische drinnen? Dann ist dort gut essen und die Preise passen auch.

Attraktion Fischmarkt

Fischmarkt in VenedigBesonders sehenswert ist in Venedig auch der Fischmarkt (Pescheria di Venezia). Dieser gilt als einer der schönsten der Welt. Der Fischmarkt ist täglich außer Sonntags geöffnet und bietet am Vormittag ein ganz spezielles Flair wenn die Fischer die frischen Fische und Muscheln unter den Arkaden anbieten. Das Angebot reicht von Tintenfischen, wie Sepia und Kalamari, über frischen Tagesfang (Orata oder Branzino aus der Adria) bis hin zu importierten argentinischen “Gamberones”, regionalen Pfahlmuscheln (Cozze), Scheidenmuscheln und Entenmuscheln. Frisch ausgenommene Jakobsmuscheln mit Corail werden in der Schale angepriesen.

Das Marktleben pur ist in der Zeit zwischen 06:00 und 09:00 Uhr zu erleben. Ab 09:00 mischen sich dann viele Touristen unter die Marktbesucher und von der Hektik und der südländischen Marktmentalität ist nicht mehr viel zu spüren. Auch wirken die Marktstände zu dieser Zeit auch schon etwas geplündert. Dennoch lädt auch zu späterer Zeit das

 

historische Flair zum Verweilen und Beobachten ein und in den Cafes und Bars rund um den Marktplatz wird Espresso kredenzt.

Typisch: Gondeln

Prägend für das Stadtbild von Venedig sind neben den Wasserstraßen natürlich die Gondeln. Der Bau einer „echten“ Gondel erfordert ca. 500 Arbeitsstunden. Traditionelle Gondeln bestehen aus acht verschiedenen Holzsorten und 280 Einzelteilen. Eine Gondel wiegt zwischen 400 und 500 kg, ist 10,87 m lang und 1,42 m breit. Die Gondel ist asymmetrisch. Das heißt rechts um 24 cm kürzer als links. Diese leichte Krümmung lässt die Gondel gerade aus fahren. Ansonsten würde der links stehende Gondoliere, der rechts rudert, die Gondel nur im Kreis bewegen. Im Jahr 2010 wurde übrigens die erste Frau „Gondoliera“.

Die beste Tageszeit

Venedig, Blick aus CafeVenedig ist zu zwei Tageszeiten besonders reizvoll. Der Morgen, wenn die Lagunenstadt zum Leben erwacht hat sein einzigartiges Flair. Wenn Sie es sich einrichten können, übernachten Sie in einem der zahlreichen Hotels in Venedig. Einmal den Tagesstart mitzuerleben, diese Eindrücke werden Sie nicht mehr vergessen.

Der Einbruch der Dunkelheit und der Beginn der Nacht ist die zweite, ganz spezielle Tageszeit in Venedig. Wenn das Tagesgeschäft ins Nachtleben wandelt und die Kanäle und Palazzi im Licht der Laternen erstrahlen. Der Markusplatz ist bis nach Mitternacht gut gefüllt und in den Cafes und Bars herrscht reges Treiben. Zeit für einen Drink um die Eindrücke des Tages Revue passieren zu lassen.

Anreise

Von Jesolo und Cavallino ist Venedig sehr gut erreichbar.

Über die Schiffsanlegestelle von Punta Sabbioni ist Jesolo mit Schiffsverbindungen bestens erreichbar und sie können die Fahrt nach Venedig ohne Parkplatzsuche im Parkhaus genießen.

Bei der Schiffsanlegestelle Punta Sabbioni sind genügend Parkplätze vorhanden, aber es gibt natürlich auch die Möglichkeit mit dem Bus von Jesolo und Cavallino nach Punta Sabbioni zu fahren. Ihre Rezeption hat bestimmt den aktuellen Busfahrplan für Sie bzw. sind diese auch über die Homepage http://www.atvo.it/ abrufbar.

Unser Tip: verzichtet auf die Anreise mit einem privaten Schiff. Auch wenn deren Vertreter quasi schon lauernd auf dem Parkplatz warten: die Vorteile sind nicht wirklich gegegeben. Für die Zusage eines Sitzplatzes und einer direkten Verbindung “opfert” man zeitliche Flexibilität und die Chance auch mal die anderen wunderschönen Inseln wie Murano oder Burano zu besichtigen. Dies ist nur mit den Linien-Fähren und einem Tages-Ticket möglich.

 

Über den Autor

Christoph Thür

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