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Internet unterwegs

René Belmega für BORN2CAMP
18.04.2017
Das Bandbreiten-Dilemma auf dem Camping Platz, oder wieso man zehn Euro pro Nase berappen soll und dann nicht mal eine WhatsApp verschicken kann. Internet unterwegs - das ewige Thema.
  • Grenzenlose Freiheit
  • tolle Sonnenuntergänge
  • aber wo zum Teufel ist der nächste Fahrradladen?


Ok, dann schnapp ich mir üblicherweise mein Smartphone und… Mist: kein Empfang oder kein Datenpaket!


Das haben natürlich viele Campingplatzbetreiber erkannt, und eine weitere lukrative Einnahmequelle neben dem Kettcar-Verleih entdeckt: WiFi für die Gäste.


WiFi als Service für die Gäste in allen Geschmacksrichtungen:


  • Von kostenlos und ultra-lahm
  • über "nur neben der Schranke an der Rezeption verfügbar"
  • bis Highspeed WiFi am Strand für zehn Euro pro Endgerät und Tag.


Ok zehn Euro für Internet - wenn’s denn tut, kein Problem!


So kann das Voucher (Zettel mit den Zugangsdaten) in der

Familie durchgereicht werden. Wäre da nicht das Blöde, dass die W-Lan-Systeme manchmal das Voucher mit dem ersten Gerät einmalig "verheiraten".


Pech, wenn man dann unwissend, das italienische kleingedruckte im Ordner an der Rezeption nicht gelesen hat...


Papas Notebook ist nun für immer und ewig die Familien-Kommandozentrale!


Bis dann tatsächlich der Familien-eigene Gerätepool mit dem Tor zur Welt verbunden ist, kann es sehr belastend für die Urlaubskasse und Nerven sein.


Und vor die Wahl, Eis oder Daten fürs mobile Endgerät, möchte man dann die Reisegruppe lieber nicht stellen.

Trotzdem stehen alle Plätze technisch betrachtet vor dem gleichen Problem wie eine größere Uni: Um 8.30 wollen alle gleichzeitig Poolbilder hochladen oder nach dem nächsten Fahrradladen googeln. Während sie in der Schlange der Brötchenausgabe stehen. Betriebssystem und App-Updates sind irgendwie auch noch da und dann geht nichts mehr!


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Nicht mal mehr WhatsApp findet eine stabile Serververbindung.


Also muss eine zuverlässige und bezahlbare Alternative für's Internet beim Camping her, die auch in der Hauptsaison funktioniert, um den "Datenfrieden" wiederherzustellen.


Auch hier sollte man nicht vergessen, reichen 1GB im Alltag für ein Gerät oftmals aus, vervielfacht sich mit jedem weiteren Gerät der Datenverbrauch:

Also 4 Geräte/Benutzer wollen dann mindestens 4-5 GB zur Verfügung haben. Und das unserer Erfahrung nach pro Woche. Da ja im Urlaub ausschließlich mobile Daten verwendet werden.


Nachfolgend haben wir exemplarisch Kapitel beschrieben, die ich und das BORN2CAMP-Team als Camper in den Letzten Jahren durchlaufen haben.

Das Smartphone als Hotspot

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Diese Lösung ist immer noch besser als ganz offline zu sein...


Wäre da nur nicht der Blech-/Alu- und Styropor-Bunker in Form eines Wohnwagens oder Reisemobils, den wir vom Nordkap bis an die Adria mitschleppen um darin zu schlafen.


Der Aufbau des Freizeitfahrzeuges macht durch die hohe Signaldämpfung im Innenraum eine brauchbare (Daten-)Verbindung gerade in ländlichen Gegenden fast unmöglich.


Und die Roaming-Thematik in nicht EU-Ländern ist dann ja auch noch da. Dann bekommt eben der deutsche Mobilfunk-Riese das Eis-Geld unserer Kinder.


Hier der Aktuelle Stand zum Thema EU-Weitem Roaming: klick mich

Achtung Datenverbrauch beim eigenen Hotspot!


Aber auch hier sollte man nicht vergessen: Reicht zuhause 1 GB monatlich im Alltag für ein Gerät aus, dann vervielfacht sich mit jedem weiteren mit dem Hotspot verbundenen Gerät der Datenverbrauch. Also 4 Geräte oder Benutzer wollen dann mindestens 4-5 GB zur Verfügung haben, und das der Erfahrung nach für 1-2 Wochen!


Wer mehr über den Datenverbrauch einzelner Apps nachlesen will, kann sich hier genauer informieren.


Fazit: weder die Akkulaufzeit noch die Bandbreite (Geschwindigkeit) von Papis Smartphone-Hotspot sind berauschend, wenn die gesamte Reisegruppe mit surft.

In diesem Zusammenhang: WISP Router oder "wie fange ich das Internet vom Campingplatz ein?" 

In einigen Campingforen wird oft das Einfangen oder Verstärken des Platz-eigenen W-Lans als Allheilmittel propagiert.


Unzählige Lösungen von der Fertiglösung (WISP Router), bis zum Bastelprojekt mit Raspberry Pi und Ikea Schüssel (ernsthaft!) als Richtantenne sind dort im Umlauf.

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Grundsätzlich versuchen alle Lösungen das platzeigene Internet per W-Lan abzugreifen und verteile es anschließend wieder mittels eigenem W-Lan auf die Endgeräte.


Bis auf die Kostenthematik bleibt das vorher beschriebene Problem des Datenengpasses in der Hauptsaison.


Wo nichts ankommt kann auch nichts verteilt werden!


Der Offseason-Camper mit Empfangsproblemen am Platzende, kann aber damit glücklich werden. Da der Konfigurationsaufwand nicht jedermanns Sache ist, ist dies auch nur eine Lösung für IT-affine Camper. Grundsätzlich ist das aber eine gute optionale Erweiterung für den Router in Stufe 4.


Die Kollegen von BORN2CAMP nutzen den TP-LINK CPE210 (Affiliate Link), der zum einen relativ günstig ist und zum anderen zufriedenstellende Ergebnisse liefert.

Der Wunder Hosentaschen-Router aus dem Onlineversandhandel - mit einer nationalen Prepaidkarte bestückt.   

Mini-Akku LTE-Router für 89€ und 12GB für 19€ mit der Italienischen Prepaidkarte, hören sich schon besser an als die Lösung mit Papas Smartphone!


Alle Familiendevices per W-Lan mit dem Gerät(chen) verbunden und …tata… wieder keine stabile WhatsApp Verbindung.


Denn das kleine Gerät versucht genauso vergebens gegen das Wohnmobil oder den Wohnwagen anzusenden. Wie zuvor auch Papas Smartphone.


Nur ist da der Akku dann schon nach 4 Stunden leer, und nicht erst nach 6.


Wer eine 2. Mobilfunk-Karte besitzt, kann auch diese hier verwenden, dann aber trotzdem den Datenverbrauch beachten.


Anmerkung von BORN2CAMP: wer trotzdem einen Mini-LTE Router nutzen möchte, dem können wir den "Aircard" von Netgear (Affiliate) empfehlen. Zusammen mit der dazugehörigen Antenne (Affiliate) konnten wir gute Ergebnisse erzielen. Auch wenn das Signal innerhalb des Wohnwagens deutlich geringer war.


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Fazit: Wer drahtloses Internet im Camper haben möchte braucht Kabel!


Also eine externe Antenne (Affiliate) an den Mini Router gesteckt, diese durch die Dachluke mittels Antennenkabel in die freie Funklaufbahn gestellt ... Uuuuund WhatsApp rennt fast wie am Schnürchen. HD Videos aus YouTube laufen gleichzeitig, mit Feuerwehrmann SAM und Tagesschau. Ohne zu ruckeln...


Bis der Akku nach 3 Stunden blinkend den Geist aufgibt oder der Taschenrouter am Hekirollo festzuschmelzen droht.


Denn für den Dauerbetrieb ist der Winzling nicht ausgelegt. Also Ladegerät permanent an den Taschenrouter.

Der Kabelbaum wächst, das Hitzeproblem und die Unzuverlässigkeit bleibt aber im Dauerbetrieb bei einigen Geräten.

Bringt ein richtiger LTE-Router das schnelle W-LAN? Ja!

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Die Lösung für "ruckelfreies" W-LAN ist in unseren Augen ein LTE Router für ca. 130 Euro. Zusätzlich sollte man noch ca. 60 - 100 Euro in eine wetterfeste externe MIMO-Antenne investieren. Das Ganze am besten fest verbaut auf dem Dach des Campers.


Karte reinstecken und sofort los surfen. In und um den Wagen fühlen sich Geräte und Benutzer wie zuhause. Wichtig dabei: die PIN der SIM-Karte vorher abschalten oder direkt im Router hinterlegen


Natürlich lassen sich diese Geräte auch ohne viel Aufwand um IP-Cameras (Babyphone), Sat-IP (Sat TV Drahtlos auf das Tablet auch ohne Internet) erweitern.


Besonders Camper die auch beruflich auf eine Zuverlässige Internetanbindung angewiesen sind, kommen um eine solche Investition langfristig nicht herum.


In der Grafik ist der grundsätzliche Aufbau der Anlage abgebildet, der Router kann durch jeden handelsüblichen LTE Router mit der Anschlussmöglickeit (SMA) für externe Antennen ersetzt werden.


Wir haben in unseren Wohnwagen und Wohnmobilen den Archer MR200 von TP-Link bzw. die GigaCube von Vodafone installiert.


Zum GigaCube werden wir demnächst einen ausführlichen Artikel schreiben.