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Klimaanlage & Co. - wann "fliegt" die Sicherung?

BORN2CAMP Redaktion
04.07.2018
PENG! Was war das? Alles dunkel hier? Shit! Der Thermomix läuft nicht mehr! Und warum wird es plötzlich so warm? Wer hat die Klimaanlage ausgemacht? War das die Sicherung?

Zugegebenermaßen, die Szene ist etwas überzogen. Aber wer hat das nicht schon erlebt, dass es plötzlich im Wohnwagen dunkel wurde?


Entweder weil man selbst die Absicherung des Campingplatzes überfordert hat oder weil der Stellplatz-Nachbar die 30 Jahre alte Dachklima-Anlage mal wieder angeworfen hat ohne vorher seinen Röhren-Fernseher auszuschalten. So ein Verhalten ist übrigens ausschließlich durch ein Bier an alle betroffenen Nachbarn zu entschuldigen.


Spaß beiseite und ob man es mag oder nicht, aber die Anzahl der elektrischen Verbraucher in Wohnmobilen und Wohnwagen steigt und steigt. Der Trend zum „Glamping“ tut oftmals seinen Teil dazu.

Doch wann „fliegt“ so eine Sicherung denn eigentlich?

Grundsätzlich lässt sich sagen, je südlicher desto geringer die Absicherung. Während in Deutschland und Österreich oftmals 10 Ampere anzutreffen sind, so gehören 3 Ampere Sicherungen immer noch zum „Camper-Alltag“ auf vielen Campingplätzen in Frankreich und Italien.


Viele Campingplätze im In- und Ausland haben aber mittlerweile aufgerüstet und bieten auf Komfort- oder XXL-Stellplätzen gegen ein entsprechendes Entgelt nun auch Absicherungen bis zu 16 Ampere an.


Aber auch in Deutschland ist seit einigen Jahren ein neuer Trend zu erkennen: Campingplatz-Betreiber gehen wieder auf eine niedrigere Absicherung zurück. Der Grund dafür sind die steigenden Stromverbräuche von Warmwasser-Heizungen, wenn sie mit Strom betrieben werden, bzw. von Klimaanlagen. Immer weniger Camper wollen auf diesen Luxus vor allem in neuen Wohnwagen und Wohnmobilen verzichten.


Dadurch hat der Campingplatz-Betreiber nur zwei Möglichkeiten um seine Energiekosten im Griff zu haben: entweder er installiert wie oben beschrieben schwächere Sicherungen, so daß der Betrieb bestimmter Geräte nicht mehr möglich ist oder er kehrt von der mittlerweile lieb-gewonnenen Strompauschale zurück zum Stromzähler, der nach kwh abgelesen wird. Im letzteren Fall hat der Betreiber natürlich ein Interesse an einer möglichst hohen Absicherung ;-)

Wie viel Absicherung benötigen denn die vielen Geräte,

die wir mit uns in den Urlaub schleppen? Wir haben uns in unseren eigenen Mobilen umgeschaut und hier ist das Ergebnis:

Gerät Watt (max) Benötigte Absicherung (Ampere)
Unterhaltung
Radiowecker 5 0,02
LED TV 32 Zoll 40 0,17
Automatische Camping Sat Antenne 138 0,60
Soundbar 37 0,16
Smartphone laden 3 0,01
Fön 1800 7,83
Camping Waschmaschine 200 0,87
Heizung / Klima
Dach Klimaanlage 950 4,13
Heizlüfter 2400 10,43
Stand-Ventilator 40 0,17
Heizteppich 90 0,39
Warmwasser-Heizung 3000 13,04
Kochen
Induktions-Kochplatten 3500 15,22
Kompressor Kühlbox 75 0,33
Wasserkocher 2200 9,57
Kühlschrank (Gross) 170 0,74
Thermomix 1500 6,52
Kapsel Kaffeemaschine 1300 5,65
Filter-Kaffeemaschine 1000 4,35
Toaster 900 3,91
Mikrowelle 800 3,48
sonstiges
elektrische Luftpumpe 78 0,34
Terme 300 1,30


Diese Liste soll eine erste Orientierung geben, ab wann eine Sicherung aufgeben könnte. Die Berechnung für die benötigte Absicherung ist relativ einfach: Watt / Volt = Ampere


Eine schnelle Orientierungshilfe ist die folgende Tabelle:


6 A = 1.380 Watt

10 A = 2.300 Watt

13 A = 2.990 Watt

16 A = 3.680 Watt

 

Es spielen noch viele weitere Faktoren eine Rolle, wie bspw. die Trägheit einer Sicherung usw., dies würde aber den Rahmen dieses Artikels sprengen.


Ein Hinweis noch an unsere Camping-Newbies: falls die Sicherung doch mal "fliegt".


Einfach den entsprechenden Verbraucher ausschalten/ausstecken und die Sicherung an der Versorgungssäule wieder einschalten.


Falls Ihr Euch wie am Anfang des Artikels beschrieben, die Sicherung mit anderen teilt - Bierchen nicht vergessen :-)